Der Sommer steht vor der Tür und für viele Branchen beginnt die Zeit der Saisonarbeit. Um die vakanten Personalstellen zu besetzten, benutzen viele Unternehmer die kurzfristig entlohnte Beschäftigung. Der klare Vorteil für den Arbeitgeber (AG) bei diesem Beschäftigungsverhältnis liegt in der Befreiung der Sozialversicherungspflicht. Es fallen für den AG keine Lohnnebenkosten an. Von der SV-Befreiung profitieren natürlich auch die kurzfristig Beschäftigten, die Ihre Entlohnung in der Regel Brutto wie Netto erhalten.

Was aber nicht vergessen werden darf ist, dass die Kurzfristige Beschäftigung der Lohnsteuer unterliegt. Die wöchentliche Arbeitszeit und die Höhe des Entgelts spielen bei der sozialversicherungspflichtigen Beurteilung keine Rolle, jedoch kann das Netto vom Brutto abweichen, wenn auf Grund der Höhe des Entgelts Lohnsteuer abgeführt werden muss. Mit der Steuerklasse 1 geht die lohnsteuerliche Berechnung, also der steuerliche Abzug, bei zirka EUR 980,– Brutto los. Das betrifft aber nur den Arbeitnehmer. Der AG ist lediglich dafür verantwortlich das Geld an das Finanzamt abzuführen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der AG die Lohnsteuer für den Arbeitnehmer pauschal übernimmt. So besteht für den Arbeitnehmer keine Gefahr einer Entgeltkürzung, hierfür müssen aber einige andere wichtige Punkte eingehalten werden. Unter folgendem Link können Sie sich darüber genauer informieren: http://www.lohn-info.de/gering_kurzfristige_beschaeftigung.html

Folgende drei Voraussetzungen müssen bei einer kurzfristigen Beschäftigung (§115 SGB IV) erfüllt sein:

  • Sie darf nur für 70 Arbeitstage oder drei Monate ausgeübt werden
  • Das Arbeitsverhältnis muss im Voraus befristet sein
  • Sie darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden

Als Arbeitgeber sind Sie dazu verpflichtet zu prüfen, dass die Kriterien eingehalten werden. Ansonsten drohen Hohe Nachzahlungen bei der nächsten Rentenversicherungsprüfung, und die kommt bekannter weise alle vier Jahre. Das Hauptaugenmerk sollte hier auf die Prüfung der Berufsmäßigkeit gelegt werden. Typische Personengruppen die eine Aushilfstätigkeit nicht berufsmäßig ausführen sind Schüler, Studenten, Hausfrauen, Rentner und Personen die bereits eine vollsozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben. Sie gehen „hautberuflich“ Ihren persönlichen Status nach, und müssen mit der Entlohnung aus der kurzfristigen Beschäftigung nicht Ihren kompletten Lebensunterhalt finanzieren. Arbeitslosengeldbezieher und bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldete, dürfen beispielsweise nicht als kurzfristig Beschäftigte angemeldet werden. Unter dem bereits erwähnten Link finden Sie noch weitere Personengruppen, bei der die Berufsmäßigkeit grundsätzlich anzunehmen ist.

Sollten Sie noch weiter Informationen oder Hilfe bei der Beurteilung eines potentiell kurzfristig Beschäftigten benötigen, rufen Sie uns gerne an und wir helfen Ihnen weiter.

Viele Grüße Ihr Team von der BAG Lohnabrechnung.