Sie haben genug zu tun, die Aufträge flattern ins Haus – alles bestens, aber etwas mehr Zeit wäre jetzt schön! Sie brauchen jemanden, der Ihnen hilft, der Sie entlastet.

Sie schalten vielleicht eine Anzeige, oder aber hören sich in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis um. Kurze Zeit später meldet sich jemand und Sie vereinbaren das erste Gespräch.

Herzlichen Glückwunsch: Jetzt werden Sie Arbeitgeber.

Wenn Sie die Auftragslage noch nicht überblicken können, macht es durchaus Sinn, sich zunächst eine „kleine“ Hilfe zu holen. Vielleicht einen Minijobber? Jemand, der ab und an vorbeikommt – mit weniger Verpflichtung und nicht so kompliziert.

Aber stimmt das denn? Haben Sie weniger Pflichten?

Wenn Sie nicht in vier Jahren, bei der nächsten Betriebsprüfung, viel Geld nachzahlen möchten, müssen Sie tatsächlich ein paar Sachen beachten.

Aber keine Sorge – dafür ist die BAG Lohnabrechnung ja da. Wir begleiten Sie. Mit Informationen, mit Gesprächen und, wenn Sie möchten, mit der Lohnabrechnung selbst.

Was ist denn nun ein Minijobber?

Ein Minijob wird durch den Verdienst definiert und nicht durch die Tätigkeit. Konkret bedeutet das, dass die gelernte Hotelfachkraft ebenso ein Minijobber ist wie die Kellnerin, die am Wochenende einspringt, solange beide ein monatliches Gehalt bis 450,00€ beziehen. Der Minijob wird auch Geringfügige Beschäftigung genannt.

In diesem Beschäftigungsverhältnis kann der Mitarbeiter bis 450,00€ verdienen. Das Entgelt darf diese Grenze nur unter ganz bestimmten Bedingungen, auf die wir später noch
eingehen werden, überschreiten.

Zahlt der Minijobber Steuern?

Nein. In einer Geringfügigen Beschäftigung fallen üblicherweise keine Steuern für den Arbeitnehmer an, denn in der Regel wird hier nicht mit
einer der sechs Steuerklassen abgerechnet. Der Arbeitgeber zahlt pauschal 2% auf den Lohn des Arbeitnehmers. Diese „Pauschalsteuer“ wird an die
Bundesknappschaft überwiesen.

Ist der Minijobber krankenversichert?

Das kommt darauf an. Über die Geringfügige Beschäftigung nicht. Sie zahlen zwar Beiträge zur Krankenversicherung, der Minijobber aber nicht. Ursprünglich waren die Minijobs für beide Parteien frei in Abgaben. Um aber Einnahmeausfälle in der Sozialversicherung zu verhindern, sind die Arbeitgeber seit 1999 verpflichtet Pauschalbeiträge in die Renten- und
Krankenversicherung zu zahlen.

Der Minijobber muss anderweitig ein sog. sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis haben oder bei der ARGE gemeldet oder familienversichert sein. Dies ist keine Entscheidungsmöglichkeit, sondern gesetzlich vorgeschrieben (allg. Krankenversicherungspflicht).

Was kostet mich so ein Minijobber denn?

Sie als Arbeitgeber zahlen ein wenig mehr als „nur“ die 450,00€.

Im Klartext und Zahlen heißt das für Sie folgendes (Zahlen in Klammern gelten für Haushaltshilfen):

BeitragArbeitgeberArbeitnehmer
Krankenversicherung13% (5%)0%
Pflegeversicherung0%0%
Rentenversicherung15% (5%)3,7% – Möglichkeit der Befreiung
Arbeitslosenversicherung0%0%
Umlage 1 (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall)1%0%
Umlage 2 (Lohnfortzahlung im Mutterschaftsfall)0,3%0%
Umlage 3 (Insolvenzgeld)0,15% (0%)0%
UnfallversicherungJe nach BG0%
Steuern (generell pauschal – andere Möglichkeiten vorhanden)2%0%
Summe31,45%3,7% oder 0%
Beispiel bei 450,00€591,53€ Gesamtkosten16,65€ Abzug, bedeutet 433,35€ Nettoverdienst

Kann ich dem Minijobber diese Kosten abziehen?

Nein – das geht nicht. Was aber geht, ist die „Abwälzung“ der 2% Pauschalsteuer auf den Arbeitnehmer. Das bedeutet schlicht, dass Sie oder Ihr Lohnbüro, die angefallenen 2% Pauschalsteuer vom Bruttoeinkommen Ihres Minijobbers abziehen..

Muss ich einen Arbeitsvertrag mit einem Minijobber schließen?

Es genügt hier ein schriftlicher Nachweis über die wesentlichen Arbeitsbedingungen. Arbeitsrechtlich ist eine Geringfügige Beschäftigung nichts anderes als eine Teilzeit-Stelle. Der Mitarbeiter hat Anspruch auf Urlaub, auf die Fortzahlung des Entgelts im Krankheits- und Urlaubsfall, sowie auf alle anfallenden Zusatzzahlungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wenn alle anderen Mitarbeiter Ihres Unternehmens diese erhalten würden. Diese Sonderzahlungen müssen im Vorfeld bei der Gehaltsgestaltung Berücksichtigung finden, sonst würden die Verdienstgrenzen der Geringfügigen Beschäftigung überschritten werden.

Kann mein Minijobber wirklich nur 450,00€ im Monat verdienen?

Ja – grundsätzlich schon. Aber wichtiger als die Monatsentgeltgrenze in Höhe von 450,00€, ist die Jahresentgeltgrenze in Höhe von 5400,00€. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihren Mitarbeiter in einem Monat vielleicht nicht so häufig brauchen wie im nächsten, ist hoch, eventuell gibt es die Auftragslage nicht anders her. Im Grunde ist es also wichtig, dass Sie am Ende des Jahres durchschnittlich pro Monat nicht über 450,00€ kommen . Das bedeutet aber nicht, dass Ihr Mitarbeiter an drei Monaten im Jahr 40 Stunden in der Woche arbeitet und die restlichen neun Monate nicht. Das Gesetz spricht hier von erheblichen Verdienstschwankungen. Hierbei könnte es sich ggf. um eine sog. Kurzfristige Beschäftigung handeln. Nehmen Sie bezüglich der Prüfung gerne Kontakt mit uns auf.

Steuerfreie Zuschläge wie z.B. Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge zählen nicht zum Brutto-Verdienst und erhöhen somit auch nicht die Beitragsgrenze.

Und für den Notfall, bei wirklich unvorhergesehenen Ereignissen, darf Ihr geringfügig beschäftigter Arbeitnehmer auch mehr als 450,00€ verdienen. Dies darf nur gelegentlich, sprich bis zu 3 Mal in einem 12-Monatszeitraum, und unvorhergesehen, passieren. Unvorhergesehen kann ein Ausfall wegen Krankheit sein, aber nicht eine Urlaubsvertretung. Sprechen Sie die BAG Lohnabrechnung auch hier gerne an.

Muss ich einem Minijobber auch den Mindestlohn zahlen?

Ja – ohne Wenn und Aber. Eine Geringfügige Beschäftigung ist, wie bereits oben einmal erwähnt, arbeitsrechtlich nichts anderes als eine Teilzeitbeschäftigung.

Ich möchte einen Praktikanten als Minijobber einstellen – muss ich auf etwas achten?

Praktikanten, Schüler und Studenten werden an anderer Stelle gesondert behandelt. Wichtig an dieser Stelle ist, Praktikanten sind nicht gleich Praktikanten.

Wenn Sie jemanden zunächst geringfügig einstellen, um diesem die Möglichkeit zu geben, berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlangen, kann man von einem Praktikum sprechen. Unter bestimmten Umständen entfällt hier die Mindestlohn-Bindung:

  • Die Person, die Sie einstellen ist unter 18 Jahre alt.
  • Das Praktikum ist von vornherein auf 3 Monate begrenzt.
  • Es ist ein freiwilliges Praktikum.

Kann ich jemanden geringfügig beschäftigen, wenn er arbeitslos ist?

Ja – allerdings sind hier, je nach Art der Leistung, Hinzuverdienstgrenzen zu beachten. Übersteigt der Verdienst bei Ihnen diese Grenze, kürzt die ARGE bzw. das Jobcenter die Leistung an Ihren Mitarbeiter. Wichtig zu wissen ist, dass die ARGE eine monatliche Verdienstbescheinigung fordert, die Sie als Arbeitgeber ausfüllen müssen.

Ich kenne da einen Rentner, der sich bei mir was dazu verdienen könnte. Ist hier etwas anders?

Bei den Rentenbeziehern müssen wir zunächst wissen, um was für eine Art Rente es sich handelt. Wenn jemand die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann er unbegrenzt dazu verdienen. Bei Erwerbsminderungsrenten oder Rentnern, vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze, gibt es eine Hinzuverdienstgrenze in Höhe von derzeit 6300,00€.

Unabhängig davon müssen Sie als Arbeitgeber immer den Pauschalbetrag für die Rentenversicherung zahlen – auch wenn sich für den Beschäftigten keine Vorteile mehr ergeben. Der Arbeitnehmer selbst ist nach Erreichen der Regelaltersgrenze grundsätzlich frei in der Rentenversicherung. Ab 2017 besteht aber die Möglichkeit für den Arbeitnehmer, in bestimmten Fällen
durch weitere Einzahlungen in die Rentenversicherung seine Rente aufzubessern.

Ich habe gehört, dass ich bei Minijobbern Stundenzettel führen muss. Stimmt das?

Ja – das stimmt. Nach § 17 MiLoG [https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__17.html] sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet die tägliche Arbeitszeit Ihrer Minijobber aufzuzeichnen und aufzubewahren. Auf Anfrage sind diese Stundenzettel bei einer Prüfung vorzulegen.

Mein zukünftiger Arbeitnehmer hat bereits einen anderen Job – muss ich hier was beachten?

Hier müssen Sie zunächst wissen, um was für eine Beschäftigung es sich handelt. Ist die andere Stelle sozialversicherungspflichtig, sprich werden dort Anteile zu den einzelnen Sozialversicherungszweigen gezahlt? Oder handelt es sich vielleicht ebenfalls um eine Geringfügige Beschäftigung?

Als Faustregel gilt:

1 Hauptbeschäftigung + 1 Minijob = alles ok, nichts weiter zu beachten

1 Hauptbeschäftigung + 2 Minijobs = ist gesetzlich nicht möglich.

Mehrere Minijobs + Keine Hauptbeschäftigung = ist möglich, solange beim Addieren beider Tätigkeiten, man nicht über die Verdienstgrenzen kommt. Werden diese überschritten, sind beide Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig. Dies ist vor allem für Hausfrauen, Rentner und Schüler interessant.

Wichtig an dieser Stelle ist, dass Sie als Arbeitgeber Ihren Mitarbeiter beim Einstellen fragen müssen, ob er einer weiteren Beschäftigung nachgeht. Diese Erklärung über ausgeübte Beschäftigungen, sowie eine Bestätigung, dass der Arbeitnehmer Ihnen eine künftige Beschäftigung unverzüglich meldet, muss in der Personalakte abgelegt werden.

Kann der Arbeitnehmer bei mir mehrere Beschäftigungen haben?

Nein – das funktioniert nicht.

Sobald es sich beim Arbeitgeber um ein und dieselbe juristische Person handelt, werden alle Beschäftigungen zusammengerechnet und gelten als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Das gilt übrigens auch, wenn Sie z.B. mehrere Cafés haben. Solange diese ein und derselben Person gehören, gelten Sie als einziger Arbeitgeber.


Und nun wünscht Ihnen das Team der BAG Lohnabrechnung viel Erfolg.
Sollten Sie Fragen haben, rufen Sie uns an – wir freuen uns.